Wenn wir weisse, graue oder dunkle Beläge im Raufutter sehen, ist das Problem meist bereits fortgeschritten. Schimmelpilze können sich entwickeln, lange bevor ein sichtbarer Belag entsteht. Auch der Geruch ist kein sicherer Frühindikator. Raufutter kann noch relativ unauffällig riechen und trotzdem bereits hygienisch belastet sein.
Woran kann ich trotzdem erkennen, dass etwas nicht stimmt?
Beim Öffnen und Verfüttern eines Ballens lohnt es sich, aufmerksam zu bleiben. Ungewöhnlich viel Staub, ein muffiger oder modriger Geruch, klamme Stellen, zusammengeklebte Partien oder Verfärbungen sind Warnzeichen. Sichtbare weisse, graue oder dunkle Beläge sind ein klares Signal, das Futter nicht mehr zu verwenden. Hier hilft auch das Bedampfen nicht weiter - nicht verfütterbar bleibt schlecht.
Wichtig ist auch der Blick ins Innere des Ballens. Von aussen kann dieser völlig unauffällig erscheinen, während sich im Kern bereits problematische Stellen befinden.
Fehlen solche Anzeichen, bedeutet das allerdings noch nicht, dass das Raufutter hygienisch einwandfrei ist.
Gutes Heu kann im Heustock "vergammeln"
Ein Punkt wird in der Diskussion um Raufutterqualität häufig unterschätzt: Mit einer guten Ernte ist die Arbeit noch nicht getan.
Einwandfreies Feldraufutter kann im Heustock innerhalb weniger Wochen oder Monate an Qualität verlieren, wenn die Lagerbedingungen nicht stimmen. Zu hohe Restfeuchte, Kondenswasser, Feuchtigkeit aus Boden oder Wänden, unzureichende Luftzirkulation oder zu dicht gestapelte Ballen können dazu führen, dass sich Feuchtigkeit sammelt und das Heu nachträglich verdirbt.
Gerade deshalb sollte der Heustock nicht nur beim Einlagern kontrolliert werden. Die Ballen müssen auch während der Lagerzeit regelmässig angeschaut und überprüft werden. Feuchte Stellen, auffälliger Geruch, Erwärmung oder Veränderungen an einzelnen Ballen sollte man ernst nehmen.
Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur, gutes Raufutter zu produzieren. Nachhaltigkeit bedeutet auch, dafür zu sorgen, dass dieses Futter bis zur Fütterung gut bleibt.
Das ist gerade in Jahren mit knapper Raufutterversorgung besonders wichtig. Wenn gutes Heu auf dem Feld mit viel Aufwand produziert wurde und anschliessend im Lager verdirbt, verlieren wir eine Ressource, die sich nicht einfach ersetzen lässt.
Und wie sieht es bei Haylage aus?
Auch Haylage kann hygienisch verderben, allerdings unter anderen Bedingungen als Heu. Entscheidend sind eine saubere Ernte und eine luftdichte Konservierung. Beschädigte Folien sollten deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Dringt Sauerstoff in den Ballen ein, können sich unter anderem Hefen und Schimmelpilze vermehren.
Beim Öffnen sollte die Haylage deshalb jedes Mal aufmerksam beurteilt werden. Ungewöhnliche Verfärbungen, sichtbare Beläge, Erwärmung oder ein auffälliger, untypischer Geruch gehören abgeklärt. Verdächtige Partien einfach grosszügig herauszuschneiden und den Rest weiter zu füttern, ist keine verlässliche Lösung.
Hygienisch einwandfreie Haylage hat gleichzeitig einen wichtigen Vorteil: Sie entwickelt wesentlich weniger Futterstaub als trockenes Heu. Gerade bei Pferden mit empfindlichen Atemwegen kann das entscheidend sein.
Auch Stroh verdient einen genaueren Blick
Stroh wird bei der Qualitätskontrolle gerne etwas vergessen. Dabei kann auch Stroh bereits auf dem Feld, während der Ernte oder später im Lager mit Schimmelpilzen belastet werden.
Muffiger Geruch, graue oder dunkle Stellen, zusammengeklebte Halme und starke Staubentwicklung sind Hinweise, die man ernst nehmen sollte. Oft kann bereits von Auge die schwarzen Punkte auf dem gelben Stroh erkannt werden.
Das betrifft nicht nur Stroh, das gefressen wird. Auch Einstreu-Stroh beeinflusst die Luftqualität im Stall. Beim Einstreuen, Misten und durch die Bewegung des Pferdes werden Staub und darin enthaltene Partikel aufgewirbelt und gelangen in die Atemluft.
Raufutterqualität endet nicht auf dem Feld
Optik, Geruch und Griff gehören zur täglichen Kontrolle. Sie können jedoch nicht alles sichtbar machen. Bestehen Zweifel an der hygienischen Qualität, kann eine mikrobiologische Untersuchung Klarheit schaffen.
Vor allem sollten wir Raufutter nicht erst dann genauer anschauen, wenn etwas offensichtlich nicht stimmt.
Produzieren, richtig einlagern, regelmässig kontrollieren und Verluste vermeiden – auch das gehört zu einer nachhaltigen Raufutterproduktion.
Denn gerade in Zeiten der Heuknappheit ist jeder Ballen gutes Raufutter wertvoll.
Mehr über Heuqualität erfahren
Wie entsteht gutes Pferdeheu? Wie lässt sich die Qualität beurteilen, richtig lagern und kontrollieren – und welchen Einfluss hat Raufutter auf die Gesundheit des Pferdes?
Im Onlinekurs «HEU UND GESUNDHEIT»
geht es praxisnah um Raufutterqualität – vom Feld über Ernte und Lagerung bis in die Futterraufe.
LEHRINHALT
Für ein unauffälliges Verhalten vom Pferd, niedrigere Tierarztkosten. Vermeide Fehler bei der Fütterung.
LERNMITTEL
141 Textseiten Online und z.T. Download
Lernfilme (total 260 Min.)
EXPERTEN
Wissen von mehr als 11 Fachexperten - speziell produzierte Lernfilme
Gutes Heu zu produzieren ist das eine. Seine Qualität bis zur Fütterung zu erhalten, das andere.
Man muss das Heu nicht selbst produzieren, um die Gesundheit des Pferdes positiv zu beeinflussen. Wer Raufutter versteht, erkennt Zusammenhänge früher, stellt die richtigen Fragen und trifft bessere Entscheidungen – zum Wohl seines Pferdes.
Weitere Informationen: www.bestofhorsehay.com
Unser Expertenforum: https://www.bestofhorsehay.com/forum/hilfe-1
Unsere Kurse: https://www.bestofhorsehay.com/shop
© Alle Rechte vorbehalten, BEST OF HORSE HAY
Woran kann ich trotzdem erkennen, dass etwas nicht stimmt?
Beim Öffnen und Verfüttern eines Ballens lohnt es sich, aufmerksam zu bleiben. Ungewöhnlich viel Staub, ein muffiger oder modriger Geruch, klamme Stellen, zusammengeklebte Partien oder Verfärbungen sind Warnzeichen. Sichtbare weisse, graue oder dunkle Beläge sind ein klares Signal, das Futter nicht mehr zu verwenden. Hier hilft auch das Bedampfen nicht weiter - nicht verfütterbar bleibt schlecht.
Wichtig ist auch der Blick ins Innere des Ballens. Von aussen kann dieser völlig unauffällig erscheinen, während sich im Kern bereits problematische Stellen befinden.
Fehlen solche Anzeichen, bedeutet das allerdings noch nicht, dass das Raufutter hygienisch einwandfrei ist.
Gutes Heu kann im Heustock "vergammeln"Ein Punkt wird in der Diskussion um Raufutterqualität häufig unterschätzt: Mit einer guten Ernte ist die Arbeit noch nicht getan.
Einwandfreies Feldraufutter kann im Heustock innerhalb weniger Wochen oder Monate an Qualität verlieren, wenn die Lagerbedingungen nicht stimmen. Zu hohe Restfeuchte, Kondenswasser, Feuchtigkeit aus Boden oder Wänden, unzureichende Luftzirkulation oder zu dicht gestapelte Ballen können dazu führen, dass sich Feuchtigkeit sammelt und das Heu nachträglich verdirbt.
Gerade deshalb sollte der Heustock nicht nur beim Einlagern kontrolliert werden. Die Ballen müssen auch während der Lagerzeit regelmässig angeschaut und überprüft werden. Feuchte Stellen, auffälliger Geruch, Erwärmung oder Veränderungen an einzelnen Ballen sollte man ernst nehmen.
Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur, gutes Raufutter zu produzieren. Nachhaltigkeit bedeutet auch, dafür zu sorgen, dass dieses Futter bis zur Fütterung gut bleibt.
Das ist gerade in Jahren mit knapper Raufutterversorgung besonders wichtig. Wenn gutes Heu auf dem Feld mit viel Aufwand produziert wurde und anschliessend im Lager verdirbt, verlieren wir eine Ressource, die sich nicht einfach ersetzen lässt.
Und wie sieht es bei Haylage aus?Auch Haylage kann hygienisch verderben, allerdings unter anderen Bedingungen als Heu. Entscheidend sind eine saubere Ernte und eine luftdichte Konservierung. Beschädigte Folien sollten deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Dringt Sauerstoff in den Ballen ein, können sich unter anderem Hefen und Schimmelpilze vermehren.
Beim Öffnen sollte die Haylage deshalb jedes Mal aufmerksam beurteilt werden. Ungewöhnliche Verfärbungen, sichtbare Beläge, Erwärmung oder ein auffälliger, untypischer Geruch gehören abgeklärt. Verdächtige Partien einfach grosszügig herauszuschneiden und den Rest weiter zu füttern, ist keine verlässliche Lösung.
Hygienisch einwandfreie Haylage hat gleichzeitig einen wichtigen Vorteil: Sie entwickelt wesentlich weniger Futterstaub als trockenes Heu. Gerade bei Pferden mit empfindlichen Atemwegen kann das entscheidend sein.
Auch Stroh verdient einen genaueren BlickStroh wird bei der Qualitätskontrolle gerne etwas vergessen. Dabei kann auch Stroh bereits auf dem Feld, während der Ernte oder später im Lager mit Schimmelpilzen belastet werden.
Muffiger Geruch, graue oder dunkle Stellen, zusammengeklebte Halme und starke Staubentwicklung sind Hinweise, die man ernst nehmen sollte. Oft kann bereits von Auge die schwarzen Punkte auf dem gelben Stroh erkannt werden.
Das betrifft nicht nur Stroh, das gefressen wird. Auch Einstreu-Stroh beeinflusst die Luftqualität im Stall. Beim Einstreuen, Misten und durch die Bewegung des Pferdes werden Staub und darin enthaltene Partikel aufgewirbelt und gelangen in die Atemluft.
Raufutterqualität endet nicht auf dem Feld
Optik, Geruch und Griff gehören zur täglichen Kontrolle. Sie können jedoch nicht alles sichtbar machen. Bestehen Zweifel an der hygienischen Qualität, kann eine mikrobiologische Untersuchung Klarheit schaffen.
Vor allem sollten wir Raufutter nicht erst dann genauer anschauen, wenn etwas offensichtlich nicht stimmt.
Produzieren, richtig einlagern, regelmässig kontrollieren und Verluste vermeiden – auch das gehört zu einer nachhaltigen Raufutterproduktion.
Denn gerade in Zeiten der Heuknappheit ist jeder Ballen gutes Raufutter wertvoll.
Mehr über Heuqualität erfahren
Wie entsteht gutes Pferdeheu? Wie lässt sich die Qualität beurteilen, richtig lagern und kontrollieren – und welchen Einfluss hat Raufutter auf die Gesundheit des Pferdes?
Im Onlinekurs «HEU UND GESUNDHEIT» geht es praxisnah um Raufutterqualität – vom Feld über Ernte und Lagerung bis in die Futterraufe.
LEHRINHALT
Für ein unauffälliges Verhalten vom Pferd, niedrigere Tierarztkosten. Vermeide Fehler bei der Fütterung.
LERNMITTEL
141 Textseiten Online und z.T. Download
Lernfilme (total 260 Min.)
EXPERTEN
Wissen von mehr als 11 Fachexperten - speziell produzierte Lernfilme
Gutes Heu zu produzieren ist das eine. Seine Qualität bis zur Fütterung zu erhalten, das andere.
Man muss das Heu nicht selbst produzieren, um die Gesundheit des Pferdes positiv zu beeinflussen. Wer Raufutter versteht, erkennt Zusammenhänge früher, stellt die richtigen Fragen und trifft bessere Entscheidungen – zum Wohl seines Pferdes.
Weitere Informationen: www.bestofhorsehay.com
Unser Expertenforum: https://www.bestofhorsehay.com/forum/hilfe-1
Unsere Kurse: https://www.bestofhorsehay.com/shop
© Alle Rechte vorbehalten, BEST OF HORSE HAY